Parkinson

gehört neben Demenz und Alzheimer zu den häufigsten degenerativen Erkrankungen des Zentralen Nervensystems.

Parkinson entsteht durch eine beschleunigte, kontinuierliche Rückbildung wichtiger Nervenzellen im Gehirn, die für die Herstellung des Neurotransmitters Dopamin verantwortlich sind. Sind 60 bis 70 Prozent der Dopamin-produzierenden Nervenzellen zerstört, kommt es zu den bekannten Symptomen.

Die Frühsymptome der Parkinson Krankheit werden von den Ärzten oft nicht erkannt. Diese Krankheit beginnt schleichend und kann über Jahre unspezifische Symptome aufweisen. Erst im mittleren Krankheitsstadium, wenn Zittern oder Muskelsteifigkeit auftreten, wird die Krankheit erkannt. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Beschwerden meist unspezifisch und für die Betroffenen wie für den Arzt nur schwer zu erkennen. Bei einer frühen Diagnose kann das Fortschreiten dieser degenerativen Nervenerkrankung jedoch durch eine gezielte Therapie deutlich verlangsamt werden. Betroffene registrieren zu Krankheitsbeginn oft häufige Schmerzen im Nacken-Gürtel-Schulter-Bereich oder eine Bewegungsverlangsamung, Steifigkeit und eine diskrete Veränderung im Gang-Bild oder Körperhaltung. Auch die Mimik der Kranken ist reduziert und das Schriftbild kleiner sowie die Stimme monoton und leise. Bei Krankheitsbeginn leiden zirka 20 Prozent an einer Depression und innerer Unruhe oder Schlafprobleme. Je früher eine wirksame Therapie begonnen wird, desto größer sind die Chancen, den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen. Bei einer frühen Diagnose können Lebensqualität und Alltagsfähigkeit deutlich länger erhalten werden! Immer mehr Menschen unter 40 Jahren erkranken an Parkinson. Die Zahl der Neuerkrankungen wird sich laut Experten-Schätzung in den kommenden 25 Jahren verdoppeln. Zirka 300.000 Menschen in Deutschland leben mit Morbus Parkinson und es kommen pro Jahr zirka 20.000 diagnostizierte Neuerkrankungen hinzu. Seit ein paar Jahren diskutiert jetzt die Fachwelt, ob sich die ketogene Diät (zum Beispiel Low-Carb – Kohlenhydratarme Ernährung) auch bei Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson positiv auswirken könnte. Der Grund für die positive Wirkung von kohlenhydratarmer Kost könnten die so genannten Keton-Körper sein, die die Leber während der Ketose als Energieträger bildet. Zum Beispiel drosselt möglicherweise die Ketose bei Epilepsie die Hyperaktivität der Gehirnzellen. Es gibt heute vereinzelte Studien mit Alzheimer- oder Parkinson-Patienten, die mit dieser Diät-Form positive Wirkungen zeigten.
Die Parkinson-Krankheit verstehen

Bei der Pflege können Bewegungsstörungen

eine Herausforderung sein

- Fixierungen nur in Ausnahmefällen


Parkinsonerkrankte sind von Bewegungsstörungen betroffen, kann dies in der Pflege ein Problem sein?

Parkinson-Patienten in fortgeschritteneren Krankheitsphasen erleben oft einen nicht mehr vorhersehbaren Wechsel zwischen Phasen der schlechten und guten Beweglichkeit. Das heißt, die motorische Verfügbarkeit wird unzuverlässig. Manchmal sind die Patienten in den Phasen der guten Beweglichkeit durch unkontrollierte Bewegungen behindert. Eine Neuanpassung der Medikation kann hier entscheidend weiterhelfen, für geeignete Patienten auch eine Tiefe Hirnstimulation.

Wie können Pflegekräfte diesem Problem begegnen?

Wichtig für pflegende Angehörige oder professionelle Pflegekräfte ist es, überhaupt zu wissen, dass die Bewegungsfähigkeit so stark schwanken kann und dass es nicht die Bockigkeit des Betroffenen ist, die ihn mit quasi festgeklebten Füßen im Türrahmen hängen blieben lässt. Auch das selbständige Essen kann bedroht sein, sowohl durch unkontrollierte Überbewegungen als auch durch starke Unbeweglichkeit. Gefahr droht dann, wenn diese schlechten Phasen sehr rasch kommen und die Betroffenen überraschen, sodass sie dann zum Beispiel von einem Spaziergang nicht mehr aus eigener Kraft zurückkommen können. Insofern erfordert die Pflege von Parkinson-Patienten ein Grundverständnis für das Krankheitsbild und die Wirkweise der Medikamente, um Gefährdungen für den Betroffenen zu vermeiden.

Was kann passieren, wenn eine Demenz dazu kommt?

Die Entwicklung einer Demenz ist für alle Betroffenen und die Pflegenden ein gravierender Einschnitt. Oft werden die Medikamente dann nicht mehr gut vertragen, der Betroffene bekommt Halluzinationen davon, sodass nur noch eine eingeschränkte Medikation möglich ist. Die Bewegungsfähigkeit leidet dann zwar, aber manchmal muss das in Kauf genommen werden, beziehungsweise ist das sogar sinnvoll, um den Betroffenen vor unkontrolliertem Weglaufen im Zustand der Orientierungslosigkeit zu schützen.

Sind in bestimmten Fällen auch Fixierungen nötig?

Pflegekräfte können diesen Problemen begegnen, indem sie die Dosis der Medikamente in Absprache mit dem behandelnden Arzt individuell und situationsgerecht anpassen. Fixierungen sollten nur dann in Betracht gezogen werden, wenn der Betroffene zum Beispiel eine schwere Haltungsstörung infolge der Parkinson-Erkrankung hat, die ihn so zu einer Seite zieht, dass der Sturz aus dem Rollstuhl oder vom Stuhl droht. Das Einverständnis des Betroffenen muss gegeben sein. Fixierungen im Bett sind zu vermeiden und nach unserer Erfahrung außerhalb einer psychiatrischen Notfallsituation auch nicht angezeigt. Alternativen können neben intensiver Betreuung die Verwendung von Lagerungshilfen, gepolsterte Betten oder das Abpolstern des Fußbodens bei Bettsturzgefahr sein.